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SMARTtalks

Sprechen wir drüber!
Ob digital native, digital affin oder digitale/r NeueinsteigerIn: mit der Digitalisierung verändert sich das Lernen. Damit daraus Chancen für alle werden, braucht es kluge Konzepte. Hier sind Erfahrungsberichte.

 

Angebotsübersicht

Klaus Zierer
Universität Augsburg

Klaus Zierer ist Erziehungswissenschaftler und seit 2015 Ordinarius für Schulpädagogik an der Universität Augsburg. Er hat die „Hattie-Studie“ zusammen mit Wolfgang Beywl ins Deutsche übertragen, führt sie mittlerweile aber auch in eigenständigen Projekten und Publikationen fort.

Er folgt dem Leitsatz: Pädagogik vor Technik. Technik um der Technik willen ist aus meiner Sicht sowohl für Lernprozesse als auch für Bildungsprozesse gefährlich. Ein Beispiel: Wir wissen, dass die Ersetzung von Papier und Bleistift durch einen Laptop oder auch die Ersetzung von Büchern durch Tablets negative Effekte auf die Lernleistung von Kindern und Jugendlichen haben kann. Ebenso ist bekannt, dass ein unreflektierter Medienkonsum nicht zur ökologisch problematisch ist, sondern auch für die Gesundheit von Menschen Risiken mit sich bringt. Diese Schattenseiten einer Digitalisierung dürfen nicht aus den Augen verloren werden und sie fordern auf, Digitalisierung immer wieder einer kritischen Prüfung zu unterziehen.

Aus pädagogischer Sicht lohnt daher die Rückbesinnung auf den Menschen, der Ausgangspunkt und Ziel von Erziehung und Unterricht ist. Eine umfassende Medienbildung ist daher unumgänglich und sie umfasst die Bereiche der Medienkunde, der Mediennutzung, der Mediengestaltung und der Medienkritik – mit einem klaren Ziel: Die Technik hat dem Menschen zu dienen. Kinder und Jugendliche müssen lernen, wann es sich lohnt, digitale Medien einzuschalten. Sie müssen aber auch lernen, wann es sich lohnt, digitale Medien auszuschalten. Im Unterricht gelten diese Grundsätze für den Einsatz von digitalen Medien in gleicher Weise: Digitalisierung macht überall dort Sinn, wo sie zu einer Optimierung von Lernprozessen führt. Und sie ist überall dort zu verwerfen, wo sie diesem Anspruch nicht gerecht wird.

Erfolgreiche Digitalisierung im Bildungsbereich braucht im Wesentlichen drei Dinge: Erstens Strukturen. Zweitens Menschen, die diese Strukturen zum Leben erwecken. Und drittens eine Vision von Bildung, die handlungsleitend wird. Das Entscheidende: Das Letzte ist das Wichtigste! Ohne diese Vision ist alles andere inhaltsleer und ziellos. Leider können wir das derzeit in vielen Feldern beobachten: Es wird kräftig investiert – zur Freude der Wirtschaft –, aber ohne eine Idee davon zu haben, was eigentlich damit erreicht werden soll. Aussagen, wie zum Beispiel „Wir müssen bei der Digitalisierung im Feld experimentieren.“, offenbaren dieses Unvermögen. Also lasst uns zunächst gründlich überlegen, welche Bildung uns wichtig ist und welche Gesellschaft wir wollen. Sodann lasst uns die Menschen so stärken, dass sie dies erreichen können. Dafür werden gewisse Strukturen zu verändern sein, die dann aber nicht nur zufällig wirken, sondern den Menschen dienen und auf ein Ziel hin ausgerichtet sind.

Digitalisierung kann Menschen und ihre Ideen in besonderer Weise verbinden – vor allem auch dann, wenn diese Menschen nicht zur selben Zeit am selben Ort sind: der Austausch über eine sekundenschnelle Auswertung eines digitalen Schülerfeedbacks oder einer Lernleistungsdiagnose, die Videokonferenz mit einer Buchautorin oder die raum-zeit-unabhängige Kooperation mit einer Klasse im Ausland über Clouds – all das sind einfache Beispiele, die aufzeigen, wie mithilfe von digitalen Medien neue Wege des Lernens beschritten werden können.

Der Unterricht der Zukunft kann sich durch einen höheren Grad an sozialer und kognitiver Vernetzung auszeichnen. Allerdings sind das Möglichkeiten, die deutlich zeigen: sie sind keine Selbstläufer. Auch hier ist die Professionalität von Lehrpersonen entscheidend, diese neuen Wege zu erkennen und in den Unterricht zu integrieren.

Andreas Hofmann
Waldschule Hatten

Andreas Hofmann ist Lehrer an der Waldschule Hatten und Medienpädagogischer Berater des NLQ Niedersachsen. 2012 führte er an seiner Schule Tablets ein – damals ein Novum. Heute begleitet er andere Schulen bei diesem Transformationsprozess.

Aysha Kharboutli
Christian-Rohlfs-Gymnasium, Hagen

Aysha Kharboutli besucht die 10. Klasse des Christian-Rohlfs-Gymnasiums in Hagen. 2017 hat sie an der VorbilderAkademie Metropole Ruhr von Bildung&Begabung teilgenommen und möchte nach der Schule Medienwissenschaften studieren.
Wir haben sie gefragt, mit welchen digitalen Medien und Lernmitteln sie im Unterricht arbeitet und wie sie die einschätzt.