Herkunftsländer

Fluchtgründe sind von den jeweiligen politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Zuständen in den Herkunftsländern abhängig. 2017 stammen die meisten Menschen, die in Deutschland einen Asylerstantrag gestellt haben, aus folgenden zehn Ländern: Syrien, Afghanistan, Irak, Eritrea, Iran, Somalia, Nigeria, Türkei, Russische Föderation und Guinea.
Syrien steht mit einem Anteil von 23,2% an erster Stelle. Es folgen Afghanistan und der Irak mit jeweils 9,7%.

Lage: Syrien ist ein Staat in Vorderasien und grenzt an die Türkei, den Irak, Jordanien, Israel, den Libanon und das Mittelmeer.
Bevölkerung: ca. 22 Millionen; überwiegend Araber – Syrer, Palästinenser und Iraker; ethnische Minderheiten: Kurden, Armenier, Turkmenen, Tscherkessen
Landessprache: Arabisch; gebräuchliche Fremdsprachen: Englisch und Französisch
Religionen: mehrheitlich sunnitische Muslime; Minderheiten: alawitische Muslime, Christen, Drusen, schiitische Muslime, Ismaeliten, einige Juden

Gründe für das Verlassen des Heimatlandes: Seit 2011 herrscht in Syrien Krieg zwischen verschiedenen Gruppen, in dessen Verlauf internationale Mächte zunehmend beteiligt sind. Im gesamten Land besteht die Gefahr, durch Gewalteinwirkung Opfer der bewaffneten Auseinandersetzungen zu werden.

Lage: Afghanistan ist ein Staat in Zentralasien und grenzt an Turkmenistan, Tadschikistan, Usbekistan, China, Pakistan und den Iran.
Bevölkerung: ca. 30,6 Millionen; Paschtunen ca. 40%, Tadschiken ca. 25%, Hazara ca. 10% und Usbeken ca. 6%; ethnische Minderheiten: u. a. Aimak, Turkmenen, Baluchi, Nuristani
Landessprachen: zwei offizielle Landessprachen Dari (50%) und Paschtu (35%); daneben Turksprachen (11%, insbesondere Usbekisch und Turkmenisch) und zahlreiche weitere Sprachen
Religionen: 99% Muslime (80% Sunniten und 19% Schiiten), sonstige 1% (geschätzt 2012)

Gründe für das Verlassen des Heimatlandes: Kämpfe zwischen den Regierungstruppen und den Taliban sowie anderer bewaffneter Gruppen wie dem Islamischen Staat bedrohen das Leben von Zivilisten. Durch Wirtschaftskrise bedingte Armut, staatliche Korruption.

Lage: Der Irak ist ein Staat in Vorderasien und grenzt an die Türkei, den Iran, Syrien, Jordanien, Kuwait und Saudi-Arabien.
Bevölkerung: ca. 36 Millionen; ca. 80% Araber, 17% Kurden; ethnische Minderheiten: Turkmenen, Mandäer, Jesiden, sehr wenige Juden
Landessprachen: Amtssprachen sind Arabisch und (Zentral-)Kurdisch (Sorani); daneben Aramäisch und Kurmandschi
Religionen: über 95% Muslime (ca. 60% Schiiten und ca. 35% Sunniten); Minderheiten: Chaldäer, Nestorianer, Gregorianer, römische und syrische Katholiken, armenische Christen, Altsyrisch-Orthodoxe und zahlreiche kleinere Religionsgruppen wie Jesiden, Mandäer, Shabak

Gründe für das Verlassen des Heimatlandes: Andauernde Kampfhandlungen in weiten Teilen des Landes, Verfolgung von u. a. ethnischen Gruppen und Andersgläubigen, Arbeitslosigkeit, Armut, Perspektivlosigkeit.

Lage: Eritrea ist ein Staat im nordöstlichen Afrika und grenzt an den Sudan, Äthiopien, Dschibuti und an das Rote Meer.
Bevölkerung: ca. 5,9 Millionen; ca. 50% Tigrinya, ca. 30% Tigré; enthnische Minderheiten: Saho, Afar, Hedareb, Bilen, Kunama, Nara, Rashaida
Landessprachen: Amts- und Verkehrssprachen: Tigrinya, Arabisch und Englisch
Religionen: ca. 50% Christen und 50% sunnitische Muslime

Gründe für das Verlassen des Heimatlandes: Totalitäre Militärdiktatur, regelmäßige und systematische Menschenrechtsverletzungen durch die Regierung, willkürliche Festnahmen und Internierungen, Folterungen, Hinrichtungen, Zwangsrekrutierungen zum Militär- und Arbeitsdienst.

Lage: Der Iran ist ein Staat in Vorderasien und grenzt an die Türkei, den Irak, Pakistan, Afghanistan, Turkmenistan, Aserbaidschan und Armenien.
Bevölkerung: 78,1 Millionen; etwas mehr als 50% Perser sowie u. a. Aseris, Kurden, Luren, Araber, Belutschen und Kaschkai
Landessprachen: offizielle Sprache Persisch, daneben u. a. Turksprachen, Kurdisch, Arabisch, Belutschisch
Religionen: mehr als 99% Muslime (davon ca. 90% Schiiten, 8% Sunniten); Minderheiten: Christen, Zarathustrier, Bahá’í, Juden

Gründe für das Verlassen des Heimatlandes: Politische Verfolgung, Arbeitslosigkeit, Perspektivlosigkeit.

Lage: Somalia ist ein Staat im äußersten Osten Afrikas und grenzt an den Indischen Ozean, den Golf von Aden, Dschibuti, Äthiopien und Kenia.
Bevölkerung: 11,3 Millionen
Landessprachen: Amtssprachen: Somali und Arabisch; Handels- und Bildungssprachen: Englisch und Italienisch
Religion: beinahe ausschließlich sunnitische Muslime

Gründe für das Verlassen des Heimatlandes: Gewalt und Kontrolle durch die Islamistengruppe Al-Shabaab, Kriegsverbrechen, Menschenrechtsverletzungen, Armut, Hunger, mangelnde Gesundheitsversorgung.

Lage: Nigeria ist ein Staat in Westafrika und grenzt an Niger, den Tschad, Kamerun, Benin und den Atlantischen Ozean.
Bevölkerung: rund 180 Millionen; 250 ethnischen Gruppen, davon 29% Haussa und Fulani, 21% Yoruba, 18% Igbo (Ibo), 10% Ijaw
Landessprachen: Amtssprache: Englisch; wichtige Regionalsprachen: Yoruba, Haussa und Igbo
Religionen: Muslime, Christen, Anhänger von Naturreligionen

Gründe für das Verlassen des Heimatlandes: Menschenrechtsverletzungen, ethnisch-religiöse gewaltsame Konflikte, islamistischer Terror, Armut.

Lage: zu 3% in Europa (Ostthrakien), zu 97% in Kleinasien; das Land grenzt an Griechenland, Bulgarien, Georgien, Armenien, Aserbaidschan, den Iran, den Irak und Syrien.
Bevölkerung: 79,8 Millionen; ca. 81% Türken; Minderheiten u. a.: Kurden, Zaza, Tscherkessen, Bosniaken, Araber, Albaner, Lasen und Georgier
Landessprachen: Türkisch, verschiedene kurdische Sprachen
Religionen: ca. 99% Muslime; Minderheiten: Christen, Juden, Jesiden und Dönme

Gründe für das Verlassen des Heimatlandes: Menschenrechtsverletzungen, Angriffe und Repressionen des Militärs gegen kurdische Bevölkerung.

Lage: Im östlichen Teil Europas und im nördlichen Teil Asiens, grenzt an Norwegen, Finnland, Estland, Lettland, Belarus (Weißrussland), die Ukraine, Georgien, Aserbaidschan, Kasachstan, die Mongolei, die Volksrepublik China, die Demokratische Volksrepublik Korea, Polen und Litauen.
Bevölkerung: 146,5 Millionen; 77,7% Russen, 3,7% Tataren, 1,4% Ukrainer, 1,1% Baschkiren, 1% Tschuwaschen, 1% Tschetschenen, 10,2% andere Ethnien, 3,9% unspezifiziert
Landessprache: Russisch
Religionen: Christentum (russisch-orthodox), Islam, Judentum, Buddhismus

Gründe für das Verlassen des Heimatlandes: Vor allem Menschenrechtsverletzungen in Tschetschenien.

Lage: Guinea ist ein Staat in Westafrika und grenzt an Guinea-Bissau, Senegal, Mali, die Elfenbeinküste, Liberia und Sierra Leone.
Bevölkerung: ca. 12,5 Millionen; 25% Malinke, 35% Fulbe, 20% Sussu, ca. 20 weitere Ethnien
Landessprachen: Amtssprache Französisch, Regionalsprachen: u. a. Pular, Malinke und Sussu
Religionen: über 90% Muslime, 5% Katholiken, 1% Anglikaner, weit verbreiteter Animismus

Gründe für das Verlassen des Heimatlandes: Menschenrechtsverletzungen durch Militärdiktatur, Armut, Perspektivlosigkeit.

 

Weitere Informationen gibt das Auswärtige Amt.